32. SONNTAG IM JAHRESKREIS
Evangelium nach Matthäus (25,1-13)
Denke an deine Zukunft! Wir sind heutzutage sehr wachsam und weise, denn wir treffen immer Vorsorge: durch Versicherungen für eventuelle Unfälle und Katastrophen, für das Alter, für den Pflegebereich... Das ist klug, das ist weise. Aber es fällt auf: Meistens geht es da um unser physisches, materielles Leben. Das ist gut so, aber ist das nicht zu wenig?
Wir sind Christen. In unserem Leben geht es um mehr als um materielle Sicherheit. Wir stellen uns Fragen wie: Wozu leben wir? Ist mein Leben sinnvoll? Wir glauben an ein endgültiges Lebensziel, das über unseren Tod hinaus reicht. Aber wie oft denken wir darüber nach?
Wir denken über unser Leben nach, besonders in schwierigen Zeiten. Wie steht es mit meiner persönlichen Beziehung zu Gott, mit meinem Glaubensleben? Lebe ich ganz bewusst im Vertrauen zu Gott oder eher ohne viele Gedanken an Gott? Ist Gott mitten in meinem Leben oder lebe ich als ob es ihn nicht gäbe? Pflege ich wirklich meine Beziehung zu ihm?
Das sind die Fragen, die Jesus mit seiner Erzählung von diesen zehn Brautmädchen in uns aufrufen will. Bin ich da auch fürsorglich, wachsam, oder eher gedankenlos? Bin ich da wie diese Brautmädchen, die zu wenig Öl für ihre Lampen mitnehmen? Ist mein Glaube lebendig genug, sodass meine Lebenslampe leuchten kann? Wird mein Leben, meine Lebensweise, wirklich von meinem Glauben an Gott geprägt?
Es fällt auf, dass Jesus das endgültige Leben mit Gott immer wieder vergleicht mit einem wunderschönen Hochzeitsmahl, Symbol der Freude, zu der wir von Gott eingeladen sind. Aber ist es nicht oft wie in einer seiner Erzählungen: Viele sind zu diesem Hochzeitsmahl eingeladen, aber der eine nach dem anderen findet eine Entschuldigung oder eine Ausrede: „Der erste ließ sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muss jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich! Ein anderer sagte: Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich! Wieder ein anderer sagte: Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen.“ Heutzutage haben wir andere Entschuldigungen, andere Dinge, die uns so wichtiger vorkommen, mit denen wir uns so beschäftigen, dass wir für Gott keine Zeit haben.
Zeit haben für Gott. Mich mit meinem Glaubensleben beschäftigen, aber ich habe andere Sorgen. Wie heißt es so schön: „Als Kind ist man noch viel zu jung dafür. Als Jugendlicher viel zu müde. Als Verliebter viel zu glücklich. Als Erwachsener im Berufsleben viel zu beschäftigt. Aber plötzlich ist das Lebensende da ... und dann .....?“
„Seid also wachsam, klug, vernünftig und weise“, sagt Jesus. Es ist entscheidend, ob mein Verlangen nach Gott in mir „brennt“, wie ein Feuer, das nicht gelöscht werden darf durch mein Nachlassen, meine Gedankenlosigkeit. Schon jetzt sollen wir uns um das nötige Öl für unsere Lampe, für unser Glaubensleben, für unsere bewusste Beziehung zu Gott kümmern. Wir sollen diese Beziehung zu Gott pflegen, lebendig halten, vertiefen und entwickeln, ein Leben lang, solange wir können - durch Gebet und Gottesdienst, indem wir uns mit der Bibel vertraut machen, indem wir uns weiterbilden im Glauben, indem wir unsere Glaubenserfahrungen miteinander austauschen.
Es geht um eine schöne Zukunft mit Gott, die uns mit Freude und Hoffnung erfüllt und unserem jetzigen Leben einen Halt gibt und es bereichert. Unsere Zukunft beginnt jetzt schon. „Seid wachsam“, sagt Jesus, „kümmert euch darum“. „Ja wenn der Herr einst wiederkommt, dann lass mich auch dabei sein“, heißt es in einem uns allen bekannten Lied.